Majority Illusion & Influencer Marketing

Symbolbild Majority Illusion: Menschen, die in eine Richtung sehen

Je öfter ich den Begriff Influencer Marketing zu hören bekomme, desto öfter fällt mir die Majority Illusion – der Hauptbegriff aus meiner Magisterarbeit ein, die ich heuer (2016) geschrieben habe. 
Dabei geht es, kurz zusammengefasst um die Frage ob es möglich ist mit relativ wenigen gut vernetzten Personen – gemeinhin als Opinion Leader oder Influencer bezeichnet – eine große Gruppe an Menschen zu erreichen und zu beeinflussen.

>> Hier geht es zu meiner Arbeit mit dem Titel „Majority Illusion“ – 
Können Wenige die Massen beeinflussen? Erhebung des aktuellen Forschungsstandes und Untersuchung der „Illusion der Mehrheit“ vor dem Hintergrund der Werbewirkungsforschung. (Als .pdf-Dokument ohne Anhang.)

Majority Illusion – Was soll das sein?

Im Speziellen geht es um die Frage, ob und in welchem Ausmaß wenige aktive Sender viele passive Empfänger mit einer Information erreichen und im Sinne einer Verhaltensänderung aktivieren können.
Dabei stütze ich mich auf die Forschung von Kristina Lerman, Xiaoran Yan und Xin-Seng Wu, die in ihrer Untersuchung „The Majority Illusion in Social Networks“ (2015) festgestellt haben, dass allein durch die „beobachtete“ Anzahl von aktiven Sendern einer Nachricht die Wahrscheinlichkeit der Aktivierung eines (bis dahin) passiven Empfängers enorm steigen kann. Dabei ist es laut Lerman et al. (2015) theoretisch möglich, dass eine relativ geringe Anzahl von strategisch richtig vernetzen Sendern ausreicht um innerhalb eines Netzwerks eine „Majority Illusion“, also die Illusion einer Mehrheit, zu erzeugen und damit eine große Verbreitung und Aktivierung zu bewirken.

Mittels Literaturrecherche wurde der aktuelle Forschungsstand im Forschungsbereich erhoben. Die Untersuchung mittels Leitfrageninterviews mit Experten aus dem Kommunikationsbereich stellt die vorliegende Studie von Lerman et al. (2015) auf den Prüfstand, mit dem Ziel neue Erkenntnisse für die Ausrichtung weiterer qualitativer und quantitativer Forschung im Bereich der Werbewirkungsforschung zu erbringen und somit einen Orientierungspunkt für folgende Forschungsarbeiten zu liefern.

Ich hatte das Vergnügen mit vielen spannenden Menschen aus dem Kommunikationsbereich zu diesem Thema sprechen zu können und der Majority Illusion im Rahmen meiner Experteninterviews auf den Zahn zu fühlen. Darunter waren:

An dieser Stelle: Vielen Dank an euch alle!

Was ist also dabei herausgekommen?

Die Ultrakurzfassung: Der Majority Illusion Theorie und der Verbreitung von Inhalten mit Hilfe von Opinion Leadern wird von den befragten Experten durchaus hohe Relevanz zugeschrieben. Obwohl die Illusion einer Mehrheit als solche kaum beobachtet werden konnte, versprechen sich die befragten Fachleute von der Kommunikation mit Opinion Leadern viele Vorteile. Sie sehen aber gleichzeitig auch viele Gefahren und Unwägbarkeiten in der praktischen Arbeit.

Hinsichtlich der Werbewirkungsforschung lässt sich festhalten, dass der gezielte Einsatz von Opinion Leadern als Kommunikationskanal zwar versucht wird, jedoch nur wenig steuerbare und erwartbare Ergebnisse erbringt – so positiv diese in einzelnen Fällen auch ausfallen mögen. Deshalb, und da im digitalen Bereich bei weitem einfachere Wege der Kundenansprache existieren, bevorzugen alle Experten den eher klassischen Zugang mittels Werbung und Targeting, wenn es um die verlässliche Verbreitung von Inhalten geht.

Wenn es also um das Thema Influencer Marketing/Kommunikation geht, heißt das wohl, dass an der guten alten Knochenarbeit nichts vorbei geht und wir so bald nicht an einem durchdachten Marketingmix vorbei kommen werden – ganz egal, wie lautstark Influencer als das neue Allheilmittel gegen schwindende Reichweiten und Glaubwürdigkeit herbei beschwören.

 

Wer sich selbst zu diesem Thema eine eigene Meinung bilden will: >> Hier geht es zu meiner Arbeit mit dem Titel „Majority Illusion“ – 
Können Wenige die Massen beeinflussen? Erhebung des aktuellen Forschungsstandes und Untersuchung der „Illusion der Mehrheit“ vor dem Hintergrund der Werbewirkungsforschung. (Als .pdf-Dokument ohne Anhang.)